CO2 ist der zuverlässigste Indikator dafür, wie gut ein Raum belüftet ist. Anders als Gerüche oder Trockenheit lässt sich CO2 messen, und die Werte sind gut erforscht. Dieser Artikel zeigt, welche Werte als unbedenklich gelten, wie man sie misst, und was CO2 mit Luftreinigung zu tun hat, und was nicht.
Woher kommt CO2 im Raum?
Menschen atmen CO2 aus. In einem geschlossenen Raum steigt die Konzentration deshalb mit der Zahl der Personen und der Zeit ohne Luftaustausch kontinuierlich an, in einem voll besetzten Besprechungsraum oder Klassenzimmer teils innerhalb weniger Dutzend Minuten spürbar.
Welche CO2-Werte gelten als unbedenklich?
Die in Deutschland gebräuchliche Orientierungsgröße ist der sogenannte Pettenkofer-Wert, benannt nach dem Münchner Hygieniker, der ihn im 19. Jahrhundert aufstellte. Er wird bis heute vom Umweltbundesamt als Richtwert für die Innenraumluft herangezogen und bildet auch die Grundlage der Orientierungswerte in der Arbeitsstättenregel ASR A3.6 zur Lüftung von Arbeitsstätten:
- Unter 1.000 ppm: hygienisch unbedenklich, keine weiteren Maßnahmen nötig.
- 1.000 bis 2.000 ppm: hygienisch auffällig, Lüftungsverhalten überprüfen und verbessern.
- Über 2.000 ppm: hygienisch inakzeptabel, es muss unverzüglich gelüftet werden.
In Klassenräumen wird der Wert üblicherweise als Mittelwert über eine Unterrichtseinheit betrachtet, kurzzeitige Spitzen bis etwa 1.500 ppm gelten dort noch als vertretbar, wenn der Mittelwert eingehalten wird. Mehr zu diesem Spezialfall im Artikel Raumluftqualität in Schulen.
Zur Einordnung: Draußen liegt die CO2-Konzentration der Umgebungsluft heute bei rund 420 ppm. Ein Raumwert von 1.000 ppm bedeutet also, dass die Luft im Raum bereits deutlich stärker „verbraucht“ ist als die Außenluft.
Wie erkenne ich einen zu hohen CO2-Wert ohne Messgerät?
Typische Anzeichen sind Müdigkeit, Konzentrationsschwäche und schwere Luft, besonders gegen Ende eines Meetings oder einer Schulstunde. Verlässlich ist das Gefühl allein aber nicht, ein Messgerät schafft Klarheit.
CO2 richtig messen
Für verlässliche Werte eignen sich Messgeräte mit NDIR-Sensor (nicht-dispersive Infrarot-Messung), dem Standardverfahren für CO2. Einfache „Luftqualitätsampeln“ ohne diese Technik schätzen CO2 oft nur indirekt über andere Gase und liegen entsprechend ungenauer. AirCleanerQ bringt einen eingebauten Sensor für die Raumluftqualität mit, der die Reinigungsleistung automatisch an die Belastung anpasst.
Wie senkt man CO2 im Raum?
Hier gibt es nur einen Weg: frische Außenluft, über Fensterlüften oder eine Lüftungsanlage mit ausreichendem Außenluftanteil. Je nach Tätigkeit und Personenzahl braucht ein Raum zwischen etwa 25 und 40 Kubikmeter Außenluft pro Person und Stunde, um den CO2-Wert dauerhaft unter 1.000 ppm zu halten, bei sitzender Tätigkeit liegt die Größenordnung bei rund 35 m³/h pro Person.
Was Luftreinigung NICHT kann
Das ist ein wichtiger Unterschied: Bipolare Ionisation senkt CO2 nicht. Sie neutralisiert Gerüche, VOCs, Bakterien, Viren, Schimmelpilze und Allergene direkt in der Raumluft, verändert aber nicht die CO2-Konzentration, die nur durch frische Luft von außen sinkt. Wer beide Probleme hat, hohe CO2-Werte UND Gerüche oder Keime, braucht deshalb beides: ausreichend Lüftung für CO2, und ein Luftreinigungssystem wie AeroTec2 oder AirCleanerQ für die übrigen Belastungen. Einen Überblick über die Zusammenhänge gibt der Artikel Raumluftqualität verbessern.


